Wie kann man experimentell und doch systematisch verteilte, sicherheitskritische Echtzeitsysteme entwickeln?

 

Prof. Dr. Horst F. Wedde
Informatik III
University of Dortmund
44221 Dortmund/ Germany

Kurzfassung

 

 

Sicherheitskritische Systeme arbeiten häufig in Umgebungen mit unvorhersehbaren Ereignissen. Zudem sind Sicherheits- oder Verläßlichkeitsanforderungen typischerweise im Konflikt mit Realzeits- oder Reaktivitätsbedingungen. Ein statischer Abgleich unter Zielsetzungen in diesen verschiedenen Richtungen scheidet dazu noch wegen der unvorhersehbaren Umgebungsprozesse aus. Alle Systemfunktionen müssen adaptiv sein. Als Folge der kausalen Unabhängigkeit von Realzeit- und Sicherheitsbedingungen kann es auch keinen geschlossenen Systementwurf geben, der beide Bedingungsklassen zugleich berücksichtigt. Beispiele solcher Systeme reichen von automatischen Landesystemen für große Maschinen, Kooperation autonomer Roboter (im Weltraum oder modernen/ zukünftigen Produktionsumgebungen) bis zu modernsten Arbeiten an Hypermedia-Systemen.

Im Vortrag wird eine neue und allgemeine Methodologie behandelt, das Inkrementelle Experimentieren, zum Entwurf, zur Entwicklung und Analyse großer und komplexer verteilter, sicherheitskritischer Realzeitsysteme. Die Besonderheiten dieses Ansatzes - wie die schrittweise Erweiterung und Verfeinerung der Entwicklungsperspektive und -reichweite oder die vergleichende Experimentiermethode - werden am Beispiel unseres Betriebssystems MELODY besprochen.