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Was ist Informatik?

Informatiker vor 3D-Großbildschirm im Multimedialabor

Informatik ist die Wissenschaft von der systematischen Verarbeitung von Informationen - insbesondere der automatischen Verarbeitung mit Hilfe von Digitalrechnern. Sie und die Technologie der Datenverarbeitungssysteme bilden die Grundpfeiler der Datenverarbeitung.

Die Informatik erforscht die grundsätzlichen Verfahrensweisen der Informationsverarbeitung und die allgemeinen Methoden der Anwendung solcher Verfahren in den verschiedensten Bereichen. Ihre Aufgabe ist es, durch Abstraktion und Modellbildung von speziellen Gegebenheiten sowohl der technischen Realisierung existierender Datenverarbeitungsanlagen als auch von Besonderheiten spezieller Anwendungen abzusehen und dadurch zu den allgemeinen Gesetzen, die der Informationsverarbeitung zugrunde liegen, vorzustoßen sowie Standardlösungen für Aufgaben der Praxis zu entwickeln. Die Informatik befasst sich deshalb mit

  • der Struktur, der Wirkungsweise, den Fähigkeiten und den Konstruktionsprinzipien von Informationsverarbeitungssystemen
  • Strukturen, Eigenschaften und Beschreibungsmöglichkeiten von Informationen und von Informationsverarbeitungsprozessen
  • Möglichkeiten der Strukturierung, Formalisierung und Mathematisierung von Anwendungsgebieten sowie der Modellbildung und der Simulation.

Dabei spielen Untersuchungen über die Effizienz der Verfahren und über Sinn und Nutzen ihrer Anwendung in der Praxis eine wichtige Rolle.

Informatik ist zusammen mit Nachrichten- und Kommunikationstechnik einer der Grundpfeiler der Informationstechnologie, die wiederum eine der heutigen und zukünftigen Schlüsseltechnologien ist - eine besondere Rolle hat die Informationstechnologie, weil sie eine Querschnittstechnologie ist, die in vielen unterschiedlichen Technologiebereichen ein wesentliches Hilfsmittel zur Erzielung von Leistungs- und Produktivitätsfortschritten und zur Qualitätsverbesserung ist.

Energieeinsparungen, alternative Technologien, Humanisierung der Arbeitswelt, Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen, Verbesserung der Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten, Arbeitszeitverkürzungen etc. sind ohne die Entwicklungen der Informatik und der Informationstechnik kaum möglich.

Die Anwendungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten der Informatik und der Informationstechnik sind so vielfältig und zahlreich, dass eine enorme Steigerung der Anwendungen und ein Eindringen der Informatik in alle Bereiche von Wirtschaft und Verwaltung und in viele Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens vorauszusehen ist.

In diesem Potenzial liegen auch große Gefahren - die Informatik als Wissenschaft, die Anwender der Informationstechnik und die von ihr mittelbar und unmittelbar Betroffenen sind sich dessen bewusst. Forschung über Auswirkungen der Informationstechnik und über wissenschaftliche und technische Möglichkeiten zur Verhinderung negativer Auswirkungen spielen deshalb eine wichtige Rolle.

Die Informatiker sind sich bewusst, dass eine angemessene Auseinandersetzung mit möglichen gesellschaftlichen Verflechtungen ihrer Forschungs- und Entwicklungsergebnisse sich nicht darauf beschränken kann, mögliche negative Auswirkungen und Gefahren des Einsatzes von Informatik-Instrumenten aufzuzeigen und Lösungsvorschläge zur Vermeidung oder Eindämmung der als negativ eingeschätzten Auswirkungen auszuarbeiten. Eine angemessene Auseinandersetzung mit dieser Thematik setzt vielmehr auch einen eigenen konstruktiven Beitrag und eine positiv formulierte Zielsetzung voraus, die sich an einem kulturellen Wertesystem orientiert, das die Gestaltung humaner Lebens- und Umweltbedingungen in den Mittelpunkt stellt.

Prof. Dr. Volker Claus, Gesellschaft für Informatik e.V (GI), 15.5.2003 zu der Frage "Was ist Informatik",  Studien- und Forschungsführers Informatik der GI