Geschichte des Instituts
Nachdem im Herbst 1969 unter Mitwirkung des damaligen Kieler Mathematikprofessors Karl Heinrich Weise und des später ersten Kieler Informatikprofessors Bodo Schlender (s.u.) ein gemeinsamer Ausschuss der Gesellschaft für Angewandte Mathematik und Mechanik und der Nachrichtentechnischen Gesellschaft Rahmenrichtlinien für einen Diplomstudiengang Informatik festgelegt hatte, wurden in Kiel durch Professor Weise und Mitarbeiter des Rechenzentrums erste Informatikvorlesungen angeboten. Der Dienstantritt von Bodo Schlender als Professor für "Automatentheorie und Formale Sprachen" am 2. Oktober 1971 gilt als Gründungsdatum des Instituts für Informatik und Praktische Mathematik. Die erste Diplomprüfungsordnung für Informatik wurde 1973 genehmigt und noch im selben Jahr wurde das erste Diplom an Jens Asendorf, inzwischen Professor für Psychologie in Berlin, verliehen.
In den folgenden Jahren wurde das Institut personell verstärkt, im Jahr 1974 durch die Berufung von Hans Langmaack auf einen Lehrstuhl für "Programmiersprachen und Übersetzerbau", im Jahr 1975 durch die Berufung von Peter Kandzia für das Fachgebiet "Praktische Mathematik", im Jahr 1980 durch eine weitere Berufung von Peter Kandzia auf einen Lehrstuhl für "Systeme zur Informationsverwaltung" zur Abwendung eines Rufes nach Würzburg, im Jahr 1982 durch die Berufung von Wolfgang Hackbusch auf den Lehrstuhl für "Praktische Mathematik" und im Jahr 1985 durch die Berufung von Werner Kluge auf einen Lehrstuhl für "Rechnerorganisation". Nach dem plötzlichen Tod von Herrn Schlender im Jahr 1987 wurde der Lehrstuhl 1989 mit neuer Widmung "Theoretische Informatik" durch Wolfgang Thomas wiederbesetzt.
Der stetige Anstieg der Studienanfängerzahlen führte zum weiteren Ausbau der Informatik in den Jahren 1990 bis 1995. Willem-Paul de Roever wurde 1990 auf einen Lehrstuhl für "Softwaretechnologie" berufen, Gerald Sommer übernahm 1993 den Lehrstuhl für "Kognitive Systeme" und Rudolf Berghammer eine Professur für "Rechnergestützte Programmentwicklung". Im Jahr 1993 wurde Martin Brokate auf eine Professur für "Numerische Mathematik" berufen, im darauf folgenden Jahr Juraj Hromkovic auf eine Professur für "Theorie der Parallelität". Ulrich Brüning besetzte im Jahr 1995 für kurze Zeit eine Professur für "Computer Engineering".
Am 18.3.1994 wechselte das Institut für Informatik und Praktische Mathematik von der Mathematisch-Naturwissenschafltichen Fakultät in die neu gegründete Technische Fakultät. Damit einhergehend wurde 1994 der Ingenieurstudiengang Informatik - ein Informatikstudiengang mit beträchtlicher elektrotechnischer und materialwissenschaftlicher Komponente - neben dem Diplomstudiengang eingeführt. Kurz danach, im Jahr 1995, wurden die Professuren für "Praktische Mathematik" und "Numerische Mathematik" aus dem Institut ausgegliedert.
Den Wechseln von Juraj Hromkovic im Jahr 1997 und Wolfgang Thomas im Jahr 1998 folgten Wiederbesetzungen durch Klaus Jansen bzw. Thomas Wilke in 1999. Nach der Emeritierung von Hans Langmaack im Jahr 1999 erfolgte die Wiederbesetzung des Lehrstuhls durch Michael Hanus im darauffolgenden Jahr.
In den Jahren 1999 bis 2001 wurde die Kieler Informatik weiter verstärkt. Reinhard Koch wurde auf eine Professur für "Multimediale Systeme der Informationsverarbeitung" im Jahr 1999 berufen, Norbert Luttenberger bekleidet seit 2000 eine Professur für "Kommunikationssysteme" und seit dem Jahr 2001 ist Reinhard von Hanxleden Professor für "Eingebettete Systeme und Echtzeitsysteme".
Im Jahr 2003 schieden aus Altersgründen Peter Kandzia und Werner Kluge aus. Die Wiederbesetzung der Lehrstühle erfolgte in den Jahren 2003 und 2004 durch Bernhard Thalheim und Manfred Schimmler. Ebenfalls im Jahr 2003 wurde Reinhold Schneider auf die Professur "Scientific Computing" berufen, womit eine Wiedereingliederung der Numerischen Mathematik in das Institut eingeleitet wurde. Infolgedessen wurde auch die Professur "Diskrete Optimierung" von Anand Srivastav im Jahr 2005 wieder dem Institut zugeordnet.
Im April 2006 wurde das Institut in 'Institut für Informatik' umbenannt.
Das Institut bietet seit dem WS 2001/2002 einen Bachelor-Studiengang Informatik mit dem Abschluss "Bachelor of Science" an und seit dem WS 2005/2006 einen darauf aufbauenden Master-Studiengang Informatik. Mit Beginn des WS 2007/2008 werden zusätzlich ein Bachelor-Studiengang "Wirtschaftsinformatik", ein Zwei-Fächer-Bachelor-Studiengang und ein Zwei-Fächer-Master-Studiengang angeboten. Eine Einschreibung für den Diplom-Studiengang Informatik ist seit diesem Zeitpunkt nur noch in höheren Semestern möglich.
Willem-Paul de Roever ist im Jahr 2008 aus Altersgründen ausgeschieden. Die Wiederbesetzung der Professur erfolgte im gleichen Jahr durch Wilhelm Hasselbring. Dieser hat die Arbeitsgruppe in "Software Engineering" umbenannt .
Steffen Börm wurde im November 2008 auf die Professur für Scientific Computing berufen nachdem er nach dem Wechsel von Reinhold Schneider an die TU-Berlin bereits seit Oktober 2007 mit der Lehrstuhlvertretung beaufragt war.
Direktoren des Instituts
- Prof. Dr. Karl Heinrich Weise, 1.10.1971 - 1977
- Prof. Dr. Bodo Schlender, Automatentheorie und Formale Sprachen, 1.10.1971 - 1987
- Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Langmaack, Programmiersprachen und Übersetzerkonstruktion, 1.11.1974 - 30.9.1999
- Prof. Dr. Peter Kandzia, Systeme zur Informationsverwaltung, seit 1.10.1980 - 30.9.2003
- Prof. Dr. Alfons Jammel, Betriebssysteme und Rechnernetze, 1.3.1980 - 16.5.1999
- Prof. Dr. Wolfgang Hackbusch, Praktische Mathematik, 1.9.1982 - 28.2.2005
- Prof. Dr. Werner Kluge, Rechnerorganisation, 1.1.1985 - 31.3.2003
- Prof. Dr. Wolfgang Thomas, Theoretische Informatik, 1.11.1989 - 30.4.1998
- Prof. Dr. Martin Brokate, Numerische Mathematik, 1.6.1993 - 31.5.1999
- Prof. Dr. Juraj Hromkovic, Theorie der Parallelität, 1.7.1994 - 31.3.1997
- Prof. Dr. Willem-Paul de Roever, Softwaretechnologie, seit 1.3.1990 - 30.09.2008
- Prof. Dr. Gerald Sommer, Kognitive Systeme, seit 1.2.1993
- Prof. Dr. Rudolf Berghammer, Rechnergestützte Programmentwicklung, seit 1.9.1993
- Prof. Dr. Ulrich Brüning, Computer Engineering, 1.4.1995 - 31.3.1996
- Prof. Dr. Klaus Jansen, Theorie der Parallelität, seit 1.10.1999
- Prof. Dr. Reinhard Koch, Multimediale Systeme der Informationsverarbeitung, seit 15.9.1999
- Prof. Dr. Thomas Wilke, Theoretische Informatik, seit 1.12.1999
- Prof. Dr. Michael Hanus, Programmiersprachen und Übersetzerbau, seit 1.1.2000
- Prof. Dr. Norbert Luttenberger, Kommunikationssysteme, seit 1.10.2000
- Prof. Dr. Reinhard von Hanxleden, Eingebettete Systeme und Echtzeitsysteme, seit 1.4.2001
- Prof. Dr. Reinhold Schneider, Scientific Computing, 01.10.2003 - 30.09.2007
- Prof. Dr. Bernhard Thalheim, Systeme zur Informationsverwaltung, seit 1.10.2003
- Prof. Dr. Manfred Schimmler, Technische Informatik, seit 1.3.2004
- Prof. Dr. Anand Srivastav, Diskrete Optimierung, seit 1.1.2005
- Prof. Dr. Andreas Speck, Angewandte Informatik (Wirtschaftsinformatik), seit 1.12.2006
- Prof. Dr. Thomas Slawig, Algorithmische Optimale Steuerung - CO2 Aufnahme des Meeres (Exzellenzcluster), seit 1.10.2007
- Prof. Dr. Wilhelm Hasselbring, Software Engineering , seit 01.10.2008
- Prof. Dr. Steffen Börm, Scientific Computing, seit 01.11.2008





