Prof. Dr.-Ing.
Norbert Luttenberger
Director at the Department of Computer Science
Head of Communication Systems Research Group
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Geboren wurde ich 1952 in Essen, wo ich auch Grundschule und Gymnasium besuchte. Danach studierte ich von 1970 - 77 Elektrotechnik an der TU Braunschweig. Meine erste berufliche Station war der Bereich Automatisierungstechnik der Siemens AG in Erlangen (1977 - 83). Hier widmete ich mich der Konstruktion eines Systems für die Messung und Beobachtung der Echtzeitabläufe in Prozeßrechensystemen. Bei diesen Arbeiten konnte ich einen tiefen Einblick in das innere Verhalten von Softwaresystemen gewinnen, die ihre Aufgaben unter engen zeitlichen Bedingungen erfüllen müssen.
Die Thematik der Messung und Beobachtung der inneren Abläufe in Rechensystemen habe ich auch in der anschließenden Phase weiterverfolgt: Von 1984 - 89 war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Rechnerarchitektur und Verkehrstheorie (Prof. Dr.-Ing. U. Herzog) der Universität Erlangen-Nürnberg. Resultate der Arbeiten sind ein verteiltes Monitorsystem und ein anwendungsspezifischer VLSI-Baustein für die Beobachtung der Kommunikation in speichergekoppelten Multimikrocomputer-Systemen. Eine anwendungsbezogene, integriert theoretische/praktische Leistungsbewertung habe ich für eine Roboterbahnsteuerung für zweiarmige Roboter durchgeführt. 1989 wurde ich mit einer Dissertation zum Thema "Monitoring von Multiprozessor- und Multicomputer-Systemen" zum Dr.-Ing. promoviert.
Nach dieser Phase an der Universität bin ich in die Industrie zurückgekehrt, wo ich von 1989 - 95 im (damals noch existierenden) Wissenschaftlichen Zentrum der IBM in Heidelberg als leitender wissenschaftlicher Berater in den Abteilungen für Multimedia-Kommunikation und Mobile Datenkommunikation tätig war. Themen waren u.a. die Messung, Modellierung und Bewertung der zeitlichen Eigenschaften von Kommunikationssystemen für Hochgeschwindigkeitsnetze und multimediale Anwendungen und die Konzeption von speziellen Systemkomponenten für die Mobile Datenkommunikation.
1995 bekam ich den Ruf auf eine C3-Professur für Datenübertragung und Netzwerke an der Fachhochschule Gelsenkirchen, wo ich u.a. Forschungsarbeiten zum Themenbereich "Sicherheit und Mobilität in Rechnernetzen" aufgenommen habe, die im Rahmen des Schwerpunktprogramms "Sicherheit in der Informations- und Kommunikationstechnik" von der DFG gefördert werden. Hier habe ich mich auch aktiv an studentischen Unternehmensgründungen beteiligt. In der Lehre habe ich mein Angebot um eine Veranstaltung mit dem Titel "Dokumentieren und Präsentieren" erweitert, um den diesbezüglichen Schwächen der Studierenden der technischen Fächer entgegenzuwirken.
Seit Oktober 2000 bekleide ich die Professur für Kommunikationssysteme am Institut für Informatik der Universität Kiel. Ich habe mir drei Forschungsziele gesetzt: Im Bereich "Sicherheit und Mobilität" möchte ich die o.a. Arbeiten weiterführen; sie dienen der Erforschung von Strukturen, die es Arbeitenden mit wechselnden Aufenthaltsorten gestatten, einfach und sicher auf Netzwerkdienste in unterschiedlichen privaten und öffentlichen Netzen zuzugreifen. Gemeinsam mit Prof. Dr. A. Trunk (Rechtwissenschaftliche Fakultät) habe ich mich einem transdisziplinären Projekt "Innovativer Datenschutz" zugewendet, in dem es gleichermaßen um ein Konzept für den Schutz persönlicher Daten durch den Einsatz technischer, insbesondere kryptographischer Maßnahmen und um die juristische und organisatorische Verankerung eines solchen Konzepts auf deutscher und internationaler Ebene geht. Zum dritten habe ich Vorarbeiten für ein Projekt "Plausibilität, Vertrauen und Privatheit im Umfeld Ubiquitous Computing" aufgenommen, in dem untersucht werden soll, wie Umgebungen, in die Rechensysteme "unsichtbar allgegenwärtig" eingebettet sind, so gestaltet werden können, daß ihre Dienste für den Menschen verläßlich bleiben.





